Unter unseren Straßen und Wegen liegt ein eigenes, unsichtbares Universum: ein technisches Netz, das Tag für Tag dafür sorgt, dass Wasser aus der Leitung kommt, Abwasser verschwindet, Regen kontrolliert abfließt und die Versorgung der Haushalte funktioniert. Dieses „Gampern Underground“ arbeitet still im Hintergrund – und ist doch das Fundament unseres Alltags.
Schmutzwasser – was verschwindet, muss gut organisiert sein
Rund 65 Kilometer Schmutzwasserkanäle ziehen sich durch die Gemeinde, jedes Jahr werden etwa 125.000 Kubikmeter Abwasser abgeleitet. Zwei große Pumpwerke in Weiterschwang und Schwarzmoos betreut vom Reinhalteverband, und 13 kleinere Pumpwerke unter der Obhut des Bauhofs halten das System in Bewegung.
92 Prozent an Kanal angeschlossen
Insgesamt verbrauchen diese Anlagen, die Teil der Energiegemeinschaft sind, etwa 72.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Von knapp 3.100 Einwohnerinnen und Einwohnern sind rund 2.850 an den Kanal angeschlossen, ausgenommen sind vor allem landwirtschaftliche Betriebe und Gebäude außerhalb des 50-Meter-Anschlussbereichs.
Regelmäßige Wartung
Von 1970 bis 1993 wurden die Abwässer noch in der damaligen örtlichen Kläranlage gereinigt – dem heutigen Klärteich. Seit etwa 1993 wird das Abwasser zur Kläranlage Vöckla-Redl abgeleitet, wo die Reinigung nach modernen Standards erfolgt. Damit das Netz dauerhaft zuverlässig funktioniert, wird es regelmäßig kontrolliert: Schachtinspektionen finden alle fünf Jahre statt, Hochdruckreinigungen und Videoinspektionen der Leitungen alle zehn Jahre. In den kommenden Jahren stehen außerdem größere Schritte an: 2026 ist die Sanierung der Kläranlage im Rahmen des Reinhalteverbands vorgesehen, mit einer Investition von etwa 9,6 Millionen Euro, und 2027 wird der Austausch der Pumpen in den größeren Pumpwerken nötig, wofür voraussichtlich rund 107.000 Euro einzuplanen sind.
Regenwasser – Schutz bei jedem Wetter
Wenn es in Gampern kräftig regnet, übernimmt ein zweites unsichtbares System die Hauptrolle. Etwa zwölf Kilometer Oberflächenwasserkanäle und elf Retentionsbecken sorgen dafür, dass Niederschläge zurückgehalten, gedrosselt abgegeben und damit Gewässer und Siedlungsbereiche entlastet werden. In mehreren kleineren Ortschaften führen verrohrte Oberflächenwasserleitungen das Regenwasser wieder in offene Gräben. Damit diese Leitungen und Gräben nicht verlanden oder verstopfen, werden sie vom Bauhof regelmäßig gewartet, gespült und bei Bedarf freigelegt – eine wichtige Voraussetzung für einen ungehinderten Wasserabfluss und den Hochwasserschutz in der Gemeinde.
Wasserleitungen – das unsichtbare Rückgrat
Auch die Trinkwasserversorgung ist Teil dieses unsichtbaren Netzes. Rund 5,5 Kilometer Leitungen versorgen unter anderem den Gewerbe- und Technologiepark, die Wassergenossenschaften Hörgattern und Witzling-Mitte sowie die Siedlungsbereiche Am Hang und Faschingberg. Wichtige Übergabepunkte liegen bei der Volksschule Gampern und im Bereich Am Hang. Durch laufende Instandhaltung wird sichergestellt, dass Haushalte und Betriebe zuverlässig mit Trinkwasser versorgt werden – alles ganz unsichtbar jedoch unverzichtbar. Zukünftig soll das Leitungsnetz durch den Wasserverband Gampern erweitert werden um die Trinkwasserversorgung langfristig sicherzustellen.
Straßenbeleuchtung – weniger Strom für mehr Licht
Eine weitere Infrastruktur aus dem Untergrund wird sichtbar, wenn es dunkel wird: Dank der Stromleitungen unter der Erde leuchten insgesamt 257 Lichtpunkte in Bierbaum, Hörgattern, Baumgarting, Bergham, in Gampern-Ort sowie im Betriebsbaugebiet und Gewerbepark. Hinter diesen Laternen steckt eine klare Energiepolitik. Die systematische Umstellung auf LED-Technik hat den Stromverbrauch deutlich reduziert: 2011 lag er bei 59.400 Kilowattstunden, 2024 bei nur noch 18.100 Kilowattstunden. Trotz Erweiterungen entspricht das einer Einsparung von rund 69 Prozent – gut für die Umwelt und das kommunale Budget.
Finanzierung: ein gemeinsamer Beitrag
Damit dieses Netz funktioniert und weiterentwickelt werden kann, braucht es eine solide Finanzierung. Kanal- und Wasseranschlussgebühren decken die Herstellung neuer Anschlüsse und Investitionen in das bestehende Netz. Erhaltungsbeiträge, Kanalbenützungsgebühren und Wasserbezugsgebühren finanzieren den laufenden Betrieb, die notwendige Wartung und die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit der gesamten Infrastruktur. Dieses „Gampern Underground“ ist weit mehr als Technik im Boden – es ist die Voraussetzung dafür, dass unser Leben in Gampern sicher, sauber und komfortabel bleibt.